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THALMÄSSING/PYRAS (tis) – Helmzielwerfen, Bierkasten-Balance und Feuerwehrgolf unter fast sommerlichem Himmel: Beim dritten Kreiskinderfeuerwehrtag des Landkreises Roth haben sich am Samstag 281 angemeldete Kinder aus 18 Kinderfeuerwehren auf dem Gutshof der Pyraser Landbrauerei gemessen. Nach dem Regenschauern des Vorjahres schien diesmal die Sonne – und am Ende gab es auch auf dem Siegertreppchen eine Überraschung: Die Kinderfeuerwehr Rothaurach entriss den zweimaligen Titelverteidigern aus Greding den Wanderpokal.
Dass der weitläufige Gutshof der Pyraser Brauerei wieder als Austragungsort diente, war kein Zufall: Das Gelände hatte sich im Vorjahr bestens bewährt und wurde von Teilnehmern wie Betreuern erneut gelobt – genug Platz für zehn Spielstationen, die in beliebiger Reihenfolge angesteuert werden konnten, sodass kein Gedränge entstand. Und diese Stationen hatten es in sich. Die Organisatoren der Feuerwehr Greding, die als amtierende Titelverteidiger das Ausrichten übernahmen, hatten sich ein komplett neues Programm ausgedacht: Seit dem ersten Kreiskinderfeuerwehrtag gab es noch kein einziges Spiel doppelt – eine kleine Besonderheit, auf die die Verantwortlichen sichtlich stolz sind.
Die Stationen reichten von sportlich bis taktisch. Beim Helmzielwerfen mussten Bälle der Reihe nach in drei auf dem Boden verteilte Feuerwehrhelme geworfen werden – klingt einfach, erforderte aber Präzision und Nerven. Beim „Bierkastenauflaufen" balancierten je zwei Kinder gleichzeitig auf drei Getränkekisten vorwärts, ohne den Boden zu berühren. Sandsäcke wurden innerhalb von 30 Sekunden gefüllt, Verbände aufgerollt, Muttern auf Schrauben gedreht – alles im schweren Handschuh, wie es sich für echte Feuerwehrleute gehört. Manches Team kämpfte tapfer, aber die Schrauben hatten andere Pläne. Dass auch einige Erwachsene, die es kurzerhand selbst ausprobierten, kläglich scheiterten, sorgte für Erheiterung - und manches Kind war froh, dass es die Älteren auch nicht so einfach hinkriegen. Beim Schlauchauto-Spritzen zielten die Kinder mit einem Wasserstrahl auf ein selbstfahrendes „Fahrzeug", das sich je nach Treffsicherheit mehr oder weniger weit vorwärtsbewegte. Und beim Feuerwehrgolf schlängelte sich der Ball durch allerlei feuerwehrtypische Hindernisse – maximal zwölf Schläge erlaubt, Ehrgeiz inklusive. Wer zwischendurch Abwechslung brauchte, konnte beim Cornhole-Werfen Säckchen in Löcher mit unterschiedlichen Punktwerten befördern. Insgesamt waren es zehn Stationen – und kaum eine, bei der nicht irgendwo gelacht, gefiebert oder lautstark mitgefiebert wurde. Besonders schweißtreibend war der Gleichmarsch-Ski-Lauf: Je drei Kinder mussten sich zunächst in Jugendfeuerwehrjacken werfen, dann gemeinsam auf Skiern eine Pylone umrunden – synchron, versteht sich.
Zum Mittagessen zog die bunte Feuerwehrtruppe in den schattigen Stadl, wo Geschnetzeltes mit Spätzle auf die Teller kam – und für Vegetarier Käsespätzle. Dass weder Wegwerfgeschirr noch Plastikbecher im Einsatz waren, hatte die Einladung bereits vorab klargestellt: Teller, Tassen und Besteck brachten die Gruppen selbst mit. Praktisch und nachhaltig. Von 23 Kinderfeuerwehren im Landkreis waren 18 Gruppen mit insgesamt 281 Kindern dabei – ein erneuter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Und das Wachstum hält an: Beim ersten Kreiskinderfeuerwehrtag 2024 gab es noch 15 Kinderfeuerwehren im Landkreis, inzwischen sind es 23. Dass der Gutshof hoffentlich auch künftig wieder als Austragungsort zur Verfügung steht, dürfte die Vorfreude auf eine vierte Auflage bereits jetzt schüren.
Den größten Jubel gab es bei der Siegerehrung: Die Kinderfeuerwehr Rothaurach schnappte sich den Wanderpokal und beendete damit die Siegesserie der Gredinger. Platz zwei ging an die Kinderfeuerwehr Greding, Rang drei an die Kinderfeuerwehr Kiliansdorf. Urkunden und Medaillen, gestiftet von den Bürgermeistern, rundeten den Tag ab – der für die meisten Kinder trotzdem vor allem eines war: ein Riesenspaß.
Text und Bilder - Tobias Tschapka (tis)


