Freitag, 27. Mai 2016
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Kommandantenversammlung 2016 Drucken
(Schwanstetten) - Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten und besonderen Feuerwehrdienstgrade im Landkreis Roth

Rückblick / Neue Kommandanten / Erste Kreisbrandmeisterin / Kreisbrandinspektor Erhard Schneider verabschiedet

(SCHWANSTETTEN / Landkreis Roth (bus) / (rod) — Der Rückblick auf das abgelaufene Jahr, die symbolische Verpflichtung der neugewählten Kommandanten, die Ernennung der ersten Kreisbrandmeisterin im Landkreis Roth, sowie die feierliche Verabschiedung von Kreisbrandinspektor (KBI) Erhard Schneider bildeten die Höhepunkte der Kreiskommandantenversammlung, die in diesem Jahr in der Gemeindehalle in Schwanstetten stattfand.

Kreisbrandrat (KBR) Werner Löchl hieß hierzu neben den Kommandanten, den Vertretern der Behörden und Gemeinden, sowie der anderen Hilfsorganisationen besonders eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr St. Margarethen im österreichischen Burgenland willkommen. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Führungskräfte und Mitglieder der Feuerwehren betonte Schwanstettens Bürgermeister Robert Pfann, dass er erstaunt sei, was die Freiwilligen Feuerwehren in ihren Gemeinden leisten würden. Vor allem die Führungskräfte würden sich bemühen, die vielen Aktiven zu betreuen und ihnen das nötige Wissen vermitteln. Auch, wenn die Aufgaben, die an sie gestellt werden, manchmal schwer zu erfüllen sind, sie meistern es mit Bravour. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hätten die Feuerwehren eine rasante Entwicklung erfahren, die eine gute Ausbildung und Ausrüstung erforderlich mache. Mit Blick auf KBI Erhard Schneider, der zum Ende der Dienstversammlung feierlich verabschiedet wurde, sagte Pfann: „Ich glaube, es ist eine tolle Aufgabe, sich jahrzehntelang für Andere einzusetzen.“

Polizeidirektor Stefan Pfeiffer von der Verkehrspolizei-Inspektion Feucht lobte die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und den anderen Hilfsorganisationen und betonte, dass er noch immer von der phänomenalen Leistung der Einsatzkräfte beim Zugunglück in Bad Aibling beeindruckt sei. Trotz der elf Toten hätten die – überwiegend freiwilligen Helfer – zahlreiche Menschenleben gerettet. Er wünschte allen eine gute Zukunft und dankte vor allem auch Erhard Schneider für die Zusammenarbeit.

Dieter Marx, der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes (BFV) Mittelfranken freute sich, das inzwischen nahezu alle mittelfränkischen Feuerwehren Mitglied im BVF seien. Marx dankte allen für ihren – oftmals nicht einfachen – Dienst am und für die Mitmenschen und betonte, dass dieser wertvoll und unersetzbar sei. Besonders dankte er Erhard Schneider, mit dem er viele Jahre gut zusammengearbeitet habe und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute.

Ehe KBR Löchl mit einem kurzen Rückblick auf herausragende Ereignisse des Jahres 2015 einging, betonte er, dass alle Hilfsorganisationen eine Kette bildeten, bei der jedes Glied gleich wichtig sei, da diese bei jedem schwachen Glied zu reißen drohe. Erfreulich sei, dass die Zahl der Feuerwehrdienstleistenden um elf auf 5174, wovon 475 Frauen sind (plus 32) gestiegen sei. Hiervon seien 3522 (plus 1062) Frauen und Männer aus allen Feuerwehren des Landkreises Mitglied im Kreisfeuerwehrverband (KFV) Roth.

1948 Einsätze mit 36280 Einsatzstunden


Im Jahr 2015 wurden die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Roth durch die Integrierte Leitstelle (ILS) zu insgesamt 1948 (2014: 1753) Einsätzen alarmiert. Auch wenn diese um fast zweihundert gestiegen sei, liege deren Zahl aber dennoch etwa im dreijährigen Schnitt, betonte KBR Löchl. Von diesen Einsätzen waren 948 (757) Technische Hilfeleistungen, 413 (451) Sonstige Einsätze, 277 (258) Brandeinsätze und 115 (118) Sicherheitswachen, bei denen die Einsatzkräfte für Absperrmaßnahmen und Umleitungen bei Festzügen, Prozessionen oder ähnlichem sorgen. Leider ist die Zahl von 195 (179) Fehleinsätzen, oft verursacht vor allem durch falsch gewartete Brandmeldeanlagen nach wie vor viel zu hoch, da sich die Einsatzkräfte bei diesen unnötig in Gefahr begeben müssen. Diesen sei, so der KBR, nur durch eine konsequente Rechnungsstellung beim Verursacher (in den meisten Fällen dem Betreiber der Anlage), zu begegnen. Auch die Zahl der Wohnungsöffnungen sei, bedingt durch die Tatsache, dass immer mehr – vor allem ältere – Menschen alleine leben, stark angestiegen. Bei Bränden wurden sechs Personen gerettet, neun Personen mussten mittels Drehleiter gerettet werden und 64 Personen wurden bei technischen Hilfeleistungseinsätzen gerettet, während für 16 Personen jede Hilfe zu spät kam. Leider seien bei den Brandeinsätzen zwei Feuerwehrdienstleistenden verletzt worden, fuhr der KBR fort. Im Jahr 2015 haben die Feuerwehrdienstleistenden insgesamt 36.280 Einsatzstunden erbracht.

Als weitere Höhepunkte im Jahresablauf zählte der Kreisbrandrat den Tag der offenen Tür bei der Atemschutzausbildungsstrecke mit Indienststellung von vier Dispo-Gruppen mit „Dekon-Einheiten“, den Kreisjugendfeuerwehrtag in Allersberg und die landkreisweite Einsatzübung „Bunter Kater“ auf. Löchl dankte allen Führungskräften und den Aktiven für ihren Dienst.

In seinem Grundsatzreferat ging Landrat Herbert Eckstein zunächst darauf ein, dass nicht Äußerlichkeiten – wie die Farbe der Uniform oder ähnliches – den Ausschlag gebe, sondern der Geist, der sagt: „Ich bin bereit, dem Anderen in einer Notlage beizustehen und ihm zu Helfen. Ich bin mir nicht zu schade, auch beim kleinsten Anlass da zu sein.“ Auch der Landkreischef war der Meinung, dass die Zahl der Fehleinsätze mit annähernd zweihundert entschieden zu hoch sei und hier etwas geschehen müsse. Am 1. April werde – nach intensiven Vorarbeiten – der Digitalfunk auch in der Integrierten Leitstelle in Betrieb gehen. Hierdurch würde Menschen in einer Notlage noch besser und schneller geholfen. Herbert Eckstein dankte in diesem Zusammenhang allen, die an den Vorbereitungsmaßnahmen mitgearbeitet haben und besonders den Landkreisgemeinden für deren finanzielle Unterstützung. „Die Arbeit der Ausbilder ist vor allem für die Nachwuchsgewinnung enorm wichtig, damit unsere Feuerwehren nicht überaltern“, fuhr der Landrat fort. Dennoch würden die Menschen – und somit auch die Feuerwehrdienstleistenden – immer älter und könnten – auch nach Erreichen der derzeitigen Altersgrenze von 63 Jahren – auf freiwilliger Basis gegebenenfalls die Tageseinsatzbereitschaft der Feuerwehren aufrechterhalten, auch wenn sie vielleicht nicht mehr alle Arbeiten ausüben können. In den letzten fünf Jahren habe der Landkreis Roth für das Feuerwehrwesen mehr als fünf Millionen Euro aufgewendet. Für diese konnte man im Kreistag stets vernünftige Lösungen finden. Zum Schluss dankte Landrat Eckstein besonders den langjährigen Kameraden, die in ihrem Leben viel für die Feuerwehren und somit für ihre Mitmenschen geleistet hätten.

Ernennung der neuen Kommandanten


In der Kreiskommandantenversammlung werden traditionell alle Kommandanten, die seit der letztjährigen Versammlung neu gewählt wurden, durch Landrat Herbert Eckstein und KBR Werner Löchl mit einem Händedruck offiziell zu ihrem Dienst verpflichtet. Von Ende Februar 2015 bis Ende Januar 2016 sind dies: Thomas Meyer für Bernd Blos (FF Kleinschwarzenlohe / Wendelstein); Michael Hackner für Christian Harrer (FF Herrnsberg / Greding); Christian Zeiner für Herbert Mohsner (FF Obersteinbach / Abenberg); Stefan Sporer für Günter Heßlein (FF Brunnau / Allersberg); Andreas Gerstner für Fritz Leng (FF Wasserzell / Spalt); Wolfgang Heubeck für Günter Sperber ( FF Raubersried / Wendelstein); Stefan Stadler für Herbert Mader (FF Aue / Thalmässing); sowie Markus Laumer für Stefan Gaukler (FF Laffenau / Heideck).

Ehrungen


Für 40-Jährigen, aktiven Dienst bei der Feuerwehr wurden drei Kameraden, die alle in „besonderen Feuerwehrdienstgraden“ aktiv sind, mit dem „Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold“ durch Landrat Herbert Eckstein und KBR Werner Löchl ausgezeichnet:

KBI Werner König ist im Januar 1976 der Freiwilligen Feuerwehr Greding beigetreten und wurde 1993 deren stellvertretender Kommandant. Vom 25. Februar 1996 bis 14. Juli 2009 leitete er diese als 1. Kommandant. Am 1. April 1996 wurde Werner König zum Kreisbrandmeister (KBM) für die Feuerwehren im Brandmeisterbezirk Greding ernannt. Dieses Amt übte er auch vom 1. März 2001 bis zum 14. März 2009 aus. In der Zeit von Januar 2000 bis Ende Februar 2001 vertrat er den bei einem beruflichen Auslandseinsatz befindlichen KBI Werner Löchl. Seit dem 15. März 2009 ist er nunmehr KBI für den Feuerwehrinspektionsbereich „D“, zu dem neben den Feuerwehren der Stadt Greding – ohne Stützpunktwehr Greding – die Feuerwehren der Gemeinden Heideck und Thalmässing gehören. Für seine Leistungen wurde König bereits 1998 mit dem „Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber“ und 2003 mit dem „Bayerischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber“ ausgezeichnet.

KBM Franz-Xaver Steib ist im Alter von 15 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr seines damaligen Heimatortes Heideck beigetreten, bei der er bis zu seiner Heirat und dem damit verbundenen Umzug nach Greding blieb. Seit Juni 1987 ist er bei der FF Greding aktiv, bei der er vom Dreikönigstag 1996 bis 14. Juli 2009 das Amt des stellvertretenden Kommandanten bekleidete. Seit diesem Tag ist Steib 1. Kommandant der FF Greding und wurde am 25. Februar 2015 zum Kreisbrandmeister des Feuerwehrbrandmeisterbezirks Greding und betreut zusätzlich den Fachbereich „Unfallverhütung im Feuerwehrdienst“. Im Jahr 2003 erhielt Franz-Xaver Steib das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25-Jährigen Dienst.

Atemschutz-Ausbilder Günter Waigand ist im Januar 1976 in die FF Leerstetten eingetreten und war dort von 1984 bis 1994 als Gerätewart tätig, außerdem war er ab Jahresbeginn 1986 Gruppenführer, sowie zugleich (bis Ende 1998) Leiter des Atemschutzes. Seit November ist Günter Waigand mit großem Engagement als Ausbilder in der Atemschutzstrecke des Landkreises tätig, was ihn 2008 veranlasste, den aktiven Dienst bei der FF Leerstetten zu beenden. Besonders eingebunden ist Waigand bei der Durchführung und der Überwachung der Jahresübungen von Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks. Außerdem arbeitet er bei der Ausbildung der Atemschutzgeräteträger und der Träger von Chemikalienschutzanzügen, bei der Instandhaltung von Geräten und Fahrzeugen der Atemschutzübungsstrecke mit. Zudem war Waigand bei zahlreichen Einsätzen im Bereich Atemschutz und ABC im gesamten Landkreis Roth beteiligt. Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, hat sich Günter Waigand sowohl intern als auch extern bei den staatlichen Feuerwehrschulen in diversen Lehrgängen fortgebildet.

Ernennung zum Kreisbrandmeister (KBM)


Da der bisherige KBM Heinrich Gsänger aus gesundheitlichen Gründen um Entbindung aus seinem Amt gebeten hatte, wurde für den Feuerwehrbrandmeisterbezirk Rednitzhembach / Büchenbach der Kommandant der FF Büchenbach, Norbert Dörfler, zum neuen Kreisbrandmeister bestellt.

Erste Kreisbrandmeisterin im Landkreis Roth


Schon seit mehreren Jahren möchte Landrat Herbert Eckstein angesichts der relativ hohen Anzahl weiblicher Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis Roth eine Kreisbrandmeisterin haben, wollte jedoch eigentlich immer warten, bis die magische Zahl von Fünfhundert „geknackt“ ist.
„Da wir ständig an dieser magischen Zahl rumkratzen, kann und will ich nunmehr nicht mehr länger warten und werde jetzt eine Kreisbrandmeisterin in Dienst stellen“, begann Eckstein seine Ausführungen. „Ab sofort wird es deshalb auch im Landkreis Roth – wie auch in zwei weiteren Landkreisen in Mittelfranken – eine Kreisbrandmeisterin geben“, fuhr der Landrat fort. Die neue Kreisbrandmeisterin sei bei ihrer Stützpunktwehr bereits in einer Führungsfunktion aktiv – fuhr er ziemlich geheimnisvoll fort – und übe dort bereits die „Brandschutzerziehung und die Brandschutzaufklärung“ bei Kindergartenkindern und Grundschülern durch. Nun war bei vielen der Anwesenden der „Groschen gefallen“, denn die stellvertretende Vorsitzende der FF Hilpoltstein, Melanie Flierl wird die neue „Kreisbrandmeisterin für vorbeugenden, organisierten Brandschutz, für Brandschutzerziehung und Brandaufklärung und Frauenvertreterin“.

Übergabe eines Schaumtrainers von der Versicherungskammer Bayern


Im Anschluss an den offiziellen Teil der Kreiskommandantenversammlung – und vor der Verabschiedung von KBI Erhard Schneider aus dem aktiven Dienst [siehe h i e r] – übergab der Vertreter der Versicherungskammer Bayern (VKB), Florian Ramsl ein Übungsgerät der besonderen Art: Mit einem „Schaumtrainer“ können die Feuerwehren in allen 96 Landkreisen Bayerns Brände im Miniaturformat löschen. Wie die VKB in einer Pressemitteilung bekannt gibt, können die Feuerwehrleute mit dem Schaumtrainer alle gefährlichen Situationen im verkleinerten Maßstab mit geringen Mengen Brennstoff und Löschmittel simulieren. Die mobile Anlage umfasst alle für einen Schaumeinsatz notwendigen Strahlrohre, Schläuche und Gerätschaften.

Wenn man in Miniaturgröße trainieren könne, löse dies ein großes Problem der Ausbildung der Feuerwehrleute, die sich auf ein solches Szenario bisher ausschließlich in der Theorie vorbereiten konnten. Schließlich sei es undenkbar, nur für Übungszwecke einen Tanklastzug in Brand zu setzen. „Mit dem Schaumtrainer können wir im Kleinen realistisch üben, was im Großen aus Kosten- und Umweltgründen nicht möglich ist“, sagt hierzu der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried, Dr. Christian Schwarz in der Pressemitteilung der VKB. Um den Umgang mit diesem Gerät an die Feuerwehren weitergeben zu können, bieten die Staatlichen Feuerwehrschulen einen zweitägigen Kurs für Ausbilder in den Feuerwehren an. Den Gesamtwert der Schaumtrainer für die 96 Landkreise in Bayern gibt die VKB mit rund 400.000 Euro an.

Hinweis: Der Artikel und die Bilder wurden von dem Vertreter der Presse eingereicht und zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank
 

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